Normalerweise sollte diese Überschrift nun „5 Wege zur besseren Kommunikation“ oder „3 Tipps für ehrliche Worte“ oder irgendwelche anderen positiv denkenden Impulse beinhalten. Tut sie aber nicht! Warum? Ganz einfach, weil bevor wir einen Weg aus der Misere, die uns blockiert, finden können, uns diese erstmal anschauen müssen.

Mit Anschauen meine ich ehrliches Anschauen und Fühlen! Kommunikation kann scheiße weh tun. Wenn sie stattfindet, ehrlich stattfindet oder auch wenn sie gar nicht bzw. nur oberflächlich stattfindet. Wenn Menschen sich nichts mehr zu sagen haben, dann darf man das so annehmen. Man kann die Gründe dazu hinterfragen, man kann sich Mühe geben diese dann zu verstehen und gemeinsam etwas zu verändern. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das gelingt nicht immer. Irgendwie spielen dann doch immer Existenz- und Verlustängste eine große Rolle, weshalb wir lieber gar nichts sagen, als mal einfach unsere Meinung. Kommt sie beim Gegenüber doch sowieso in dessen Blickwinkel oder Schublade an, in die man vorher hineingeschubst wurde.

Was uns im normalen Alltag, mit Kunden, Bekannten, Nachbarn und anderen Menschen, die nicht so eine große Rolle spielen, in unserem Leben noch sehr gut gelingt, bringt uns in zwischenmenschlichen Beziehungen mit Partnern und Expartnern, engen Freunden und Familienmitgliedern dann an den Rand des Wahnsinns. Wir sehen, wie sich diese Menschen anderweitig mit ihnen wichtigen und lieben Personen austauschen, und ziehen uns verletzt zurück. Ein Kreislauf, der uns einfach nicht gut tut! Und auf Dauer wird er für noch mehr Symptome sorgen, die wir hinterfragen dürfen, ob es unser Ziel ist, genau das zu erleben.

Es ist so, wie es ist!

Worte sind wie eine Pusteblume, einmal gesagt verstreuen sie sich in alle Winde und werden sich ihre Stellen suchen, an denen sie Wurzeln schlagen. Im Positiven wie auch im Negativen.

Aufrichtige Kommunikation beinhaltet, dass dein Gegenüber auch versteht was du wirklich sagen wolltest bzw. was nicht! Möglichkeiten etwas zu verändern, haben sonst keine Chance. Auch die Flucht vor einem ernstgemeinten Gespräch oder immer wieder zu warten, bis der jeweils andere den ersten Schritt macht, um endlich mal seinen Mund aufzumachen und Tacheles zu reden, ist keine Option. Damit änderst du für dich einfach nichts! Genauso wenig änderst du etwas, wenn du dich wie ein Wurm drumherumredest.

Einmal im Bewusstsein, stehen unsere Ängste der Kommunikation gegenüber. Beginnen wir selbst den ersten Schritt zu sagen, was wir denken, werden wir wie bei einer Flut, mit den Reaktionen und Umständen konfrontiert, welche wir nicht mehr steuern können. Doch was uns bleibt ist, dass wir für uns eingestanden sind. Veränderungen sind vielleicht nicht immer leicht und wir lernen aus genau diesen Situationen für zukünftige Beziehungen. Deshalb ist das Annehmen so wichtig.

Vielleicht stellen wir uns einfach den unangenehmen Gefühlen hinter diesem Thema? Nehmen Wut, Eifersucht, Ärger, Verletzungen zur Kenntnis, akzeptieren, dass unser Gegenüber sich mit anderen Menschen plötzlich weitaus mehr zu erzählen hat. Vielleicht erlauben wir uns dann eine Zeit des Abschieds, der Traurigkeit und sicher auch ein paar Weinattacken. Ändern können wir das nur für uns ganz alleine. Und sind wir uns dessen wirklich bewusst, fangen wir einfach mit ehrlicher Kommunikation mit uns selbst an! Dazu mehr im nächsten Artikeln!

0 Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und verstanden und erkläre mich ausdrücklich damit einverstanden.*