Ich gebe ehrlich zu, dass diese Zeiten, welche wir gerade erleben, ganz und gar eine Menge Schattenthemen und verborgene und alte Denkmuster zum Vorschein bringen. Ein Auf und Ab der Gefühle, der Emotionen und dementsprechenden Handlungen – oder auch Nichthandlungen – sind die Folge.

Grundsätzlich möchte uns das Leben doch aber einfach nur die wertvollen Dinge präsentieren, mit denen wir voller Leichtigkeit und Zufriedenheit, Einfachheit und Demut erleben dürfen. Doch wie so oft herrschen zwischen Theorie und Praxis einige essentielle Unterschiede, und wir sehen wie so oft schon in unserer Komfortzone (auch in unserer emotionalen) nicht die wahren Schätze dahinter.

Was bleibt uns aber, wenn wir das Gefühl haben nichts und niemanden etwas wert zu sein? Wenn wir vielleicht enttäuscht oder verletzt wurden? Warum fühlen wir uns dann so wertlos? Kennen wir unsere eigenen Stärken nicht? Wurde es uns vielleicht so anerzogen, dass wir diese dann komplett ausblenden, weil wir vielleicht mal einen Fehler gemacht haben? Nun, wenn dem theoretisch so sein könnte, dürfen wir dann nicht die Entscheidung dafür treffen, doch wenigstens für uns selbst wertvoll zu sein?

In guten Zeiten bekommen wir sicher von vielen Seiten eine Menge Zustimmung für unser Sein und unser Tun. Und es mag sicher auch an der ein oder anderen Stelle stimmen, dass wenn die anderen etwas wollen, sie dich bis zum Himmel tragen und zurück. Doch sind nicht wir es, die das auch zulassen? Wo bleibt die Aufrichtigkeit uns selbst gegenüber? Genau, weil wir uns in dem Moment nicht für uns selbst entscheiden.

Kann man das verändern? Ich habe in den letzten Jahren viele Bücher über Mindset, Persönlichkeitsentwicklung, Angststörungen gesehen und mir etliche Onlineseminare angeschaut. Eine Frage von Robert Betz hat mich immer beschäftigt, war aber nie so relevant wie in der heutigen Zeit.

Hast du dir diese Frage schon einmal gestellt? Was wäre, wenn du deine Familie und/oder Arbeit verlierst, du plötzlich vor dem finanziellen Ruin stehst, Haus und Hof weg ist, du also vor dem absoluten Nichts stehst? Und hast du spontan eine Antwort darauf, hinter der du zu 100 % stehst? Könntest du mitten in der Nacht sagen, wenn dich jemand weckt, wofür du lebst und wer du wirklich bist?

Ich nicht! Aber da auch bei mir im Außen eine Menge weggebrochen ist, geh ich jetzt wieder ein Stück weit nach innen. Vielleicht um endlich zu finden, was im Rahmen des Hamsterrads einfach immer und immer wieder unter den Teppich gekehrt wurde. Radikale Akzeptanz aller Lebensumstände – damit gehts wohl los. Und sich wirklich, und mit wirklich meine ich wirklich, nichts mehr vormachen und vormachen lassen. Von niemanden und schon gar nicht von dir selbst!

Vielleicht ist das ein Schlüssel, um seinen eigenen Entscheidungen einen anderen Stellenwert zu geben. Und vielleicht dürfen wir uns eine Menge mehr trauen, wenn wir es uns wert sind. Zwischen wertvoll und wertlos liegt nämlich oft nur ein anderer Blickwinkel. Und das fängt schon im ganz kleinen an. Denke mal an deinen letzten Flohmarktbesuch – den Schrott den du nicht mehr haben möchtest, kann für andere ein kleiner oder großer Schatz sein. Diese Entscheidung treffen wir tief in unserem Inneren.

Genauso sieht es bei zwischenmenschlichen Beziehungen aus. Wie oft fühlen wir uns wertlos, weil jemand anderes uns gerade nicht wertschätzt oder wertschätzen kann? Wie oft zeigen sich versteckte Emotionen, wenn unser Umfeld anders auf gewohnte Situationen reagiert und uns selbst antriggert zu hinterfragen, ob etwas nicht stimmig ist. Hören wir dann auf dieses Gefühl und schauen hinter die Fassade, wo wir uns selbst vielleicht zu wenig wert gewesen sind?

Es ist immer deine eigene Entscheidung, wie wertvoll oder wertlos du dich fühlst! Treffe sie ganz bewusst! Denn aus dieser Entscheidung entstehen nicht nur deine Gedanken sondern auch oftmals deine Handlungen!