Was soll ich schreiben 🙂 Auch an Tag 8 scheint die Sonne als ich gegen 6.30 Uhr die Augen öffne. Sehr schön. Heute ist Freitag und das 2. Wocheende steht vor der Tür. War ich letztes Wochenende doch noch eher in der Stimmung – keine Ahnung was passiert, erstmal ausruhen – so bin ich heute schon soweit, dass ich meinen Fokus nun doch endlich anders setzen kann.

Der heutige Tag wird etwas anders verlaufen, denn ich habe in Kiel einen Termin vereinbart. So tausche ich meine Jogginghose heute durch einen leichten casual Look. Durch diese Coronakrise entstehen natürlich, wenn man Social Distance nicht im Netz betreibt, natürlich auch neue Kontakte. Da ich an das Gesetz der Anziehung und der Resonanz glaube, ist es natürlich völlig normal, dass auch ich auf Leute treffe, mit denen man sich in bestimmten Bereichen ergänzeen kann. Ich finde es ziemlich spannend, wer heutzutage alles Unternehmer ist und warum. Und vor allem mit welchem Hintergrundwissen alle so ausgestattet sind.

Selbstverständlich genieße ich die Ausfahrt nach Kiel mit meinem kleinen little Lover – jetzt wo das Wetter so schön ist, kann man das Dach des Cabrios schon ein wenig nach hinten fahren und die Sonne genießen. Warm angezogen ist es einfach ein Genuss. Und es treibt mir ein wirklich herzliches Lächeln ins Gesicht, wenn dazu noch schöne Musik läuft. Da die Strecke von Lübeck nach Kiel einfach, egal wo man langfährt, öde und langweilig ist, entscheide ich mich für die Landstraßenversion mit offenen Dach bei Tempo 80. Ach mein Leben ist schon ganz schön toll, denke ich auf dieser Fahrt immer wieder.

Lukas ist 29 und hat eine riesen Halle gepachtet, wo früher Lokomotiven gebaut sind. Er zeigt mir alles und erzählt mir seine Geschichte. Und sagt mir, dass es schon etwas größenwahnsinnig ist, doch er hätte darüber sehr genau nachgedacht und selbst wenn das schlimmste Szenario eintreten sollte, wird da jemand sein, der ihm hilft. Auf dem Weg nach oben, braucht er aber erstmal Unterstützung in Textform und da helf ich ihm natürlich gerne. Ansonsten kann man auf den einzelnen Co-Workspaceplätzen die ersten Mieter sehen, wie sie an ihren Booten oder Oldtimern schrauben. Scheint schon eine etwas andere Art von Arbeitsplatz zu werden, was Lukas sich da fertiggestaltet. Auf dem Rückweg habe ich darüber echt noch mal nachgedacht. Mit 29 hätte ich mich das niemals getraut – nun waren meine Lebensumstände andere – aber selbst mit 39 trau ich mir so megagroße Projekte nicht zu. Oder doch?

Als ich am Nachmittag nach Hause kam, waren endlich die Anträge der Landesbank zum Thema „Soforthilfe in der Coronakrise“ da. Wie schon 2 Wochen vorher gesagt – lasst euch nicht von den Zahlen blenden, der Staat heut euch noch nie was geschenkt – brauche ich diesen gar nicht erst abgeben. Wer ein Unternehmen wirtschaftlich geführt hat, Rücklagen gebildet hat und so wie ich eine Ein-Frau-Firma ist und halt etwas auf der hohen Kante, der geht wie immer leer aus. Könnte ich mich wirklich drüber aufregen. Für die die es wirklich brauchen, es freut mich und es ist wahrscheinlich für viele nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn es deckt nicht die eigenen Lebenserhaltungskosten ab. Aber die die sich jetzt dran bereichern werden – seid so schlau, und lasst euch wenigstens nicht erwischen. Die Strafen wegen Betrug könnten unangenehm sein.

Als ich meinem Ärger in dieser wunderbaren Coronaselbsthilfegruppe ein wenig Luft machte, las ich den Post – Gemeinsam mehr erreichen – Ja, denke ich mir die Idee hattest du vor 2 Wochen schon hier in die Gruppe gepostet. Ich antworte und was dann daraus entsteht, ist halt das Gesetz der Anziehung wenn du deinen Fokus setzt. So verging der Abend ziemlich schnell, 1,5 Stunden Telefonat von Lübeck nach Oberbayern und das gemeinsame Ziel, gemeinsam auch an die zu denken, die wie wir durch diese Krise Umsatzeinbrüche erleiden oder gar den kompletten Wegfall so wie bei mir, und allen eine Stimme eines gemeinsamen Netzwerkes zu geben. Wir werden sehen was die nächsten Tage passiert. Auf jeden Fall erinnere ich mich an meine Begegnung mit Lukas – und erzähle es Kathy aus Oberbayern. Und wir sind uns schnell einig, dass wir mit wenig Mitteln – viel Unterstützung geben geben können. Wenn die Regierung einen großen Teil der Unternehmer in ihren Soforthilfepaketen nämlich einfach vergisst, wird es Zeit sich zu vernetzen und nachhaltig das Know-How in Krisenzeiten zu teilen.

Es bleibt also wie immer spannend was draus wird….

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