Es ist Sonntag. Draußen herrscht Sturm und auch wenn er vom Wetterdienst angekündigt war, kann man sich nicht wirklich erklären woher er wirklich kam. In Lübeck und an der Küste stehen die Straßen unter Wasser und auch in meinem Dorf, gab es Hochwasser. So ist der Weg, den ich gestern noch mit dem Fahrrad gefahren bin, gar nicht mehr da.

Hier war am 29.3.2020 Land unter!

Da für den heutigen Tag also übles #stayathome Wetter angesagt ist, wird auch nicht allzu viel passieren. Grundsätzlich liegt der Plan auf der Steuererklärung wie ihr ja wisst, und dazu bietet sich das schlechte Wetter an. Doch mir kommt dann tatsächlich mein Buchprojekt in die Quere. Tja, was soll ich machen? Das was mir gerade mega Spaß macht? Oder das was wohl oder übel gemacht werden muss? Es ist schließlich Sonntag. 🙂

Ich entscheide mich für`s Buch. Denn nachdem ich gestern wie von selbst die ersten 15 Seiten geschrieben habe, haben 2 meiner Freundinnen schon mal diesen Teil in die Korrektur bekommen, ob es vielleicht Verbesserungsvorschläge gibt. Und die gab es. Ich muss ehrlich gestehen, beim Schreiben floss die ein oder andere Träne. Geht es doch um das aktuelle Geschehen und um ein Stück Vergangenheit und den Weg der Heilung aus einer Angststörung. Doch diese Tränen waren Tränen der Freude und weil die passierten Geschichten einfach so lustig waren – rückblickend wohlgemerkt!

Die Lieblingstochter – ich hab ja nur die eine – setzte sich in meinem Schlafzimmer aufs Fensterbrett und ich las ihr mal meine ersten Seiten vor. Da sie ebenfalls eine der Hauptrollen spielt, immerhin haben wir die Touren der Veränderung zusammen gemacht, dauerte es nicht lange, bis auch bei ihr ein Lächeln zu sehen war. Wenn ich sie richtig verstanden habe, freut sie sich schon auf die Gegendarstellung, denn natürlich haben wir beide unsere Abenteuertouren völlig unterschiedlich wahrgenommen.

Tag 12 – und auch wenn die Beschränkungen vorerst bis zum 19.4.2020 vorgesehen sind, es scheint unmöglich zu sein, danach komplett wieder zu öffnen. Im Radio gibt es nur ein Thema – Corona. Und ich kündige an, dass ich zu meinem Geburtstag am 8.4. eine Coronaparty geben werde. Immer nur ein Gast und wir gucken zusammen die Tagesschau, das Heute Journal oder NTV. Ihr kennt solche Spielchen mit anderen Wörtern, aber in dem Fall immer wenn jemand im TV Corona sagt, muss man einen Schnaps trinken. Ha, naja irgendwie muss man sich das ja nun alles mal schön denken.

Doch Spaß beiseite. Im Radio läuft eine Sendung, wo ein Steuerberater und eine Psychologin Fragen beantworten. Da immer noch nicht klar formuliert ist, ob man als Unternehmen mit wirtschaftlichen Rücklagen auch mit seinem Privatvermögen diese Krise bewältigen muss, oder welche Institution meinen 100 % Verdienstausfall auffängt, schreibe ich über eine App meine Frage dahin. Ui, Antwort von der Redaktion. Und siehe da, auch der Steuerberater im Radio druckste etwas rum, dass es nicht klar wäre und aus seiner Sicht auch Auslegungssache ist. Es bleibt also spannend, ob dieses Förderprogramm vielleicht doch noch für mich zählt.

Seite 30 des Buches ist für heute fertig. Dank der Zeitumstellung ist es mittlerweile 21 Uhr und es macht sich familiärer Hunger breit. Normalerweise wird immer ein Gericht gekocht, doch ich habe eine ganz andere Idee. So schnibbel ich Salat, brate etwas Huhn und das Töchterchen macht Crepes. Wow, sowas hats hier im Haus auch noch nicht gegeben. Die Kinder sind positiv fassungslos. Sonntag Abend 21 Uhr und wir machen etwas, was sonst nur in den Ferien gemacht wurde. Etwas wehmütig blicken wir die letzten Wochen zurück.

Normalerweise wäre die Tochter schon längst in der dänischen Schule, Sohnemann schon längst im Zimmer und ich mit dem neusten Sonntagsfilm vom ZDF im Bett. Normalerweise! Und nun, Töchterchen hat Bedenken, dass sie dieses Schuljahr überhaupt noch in die Schule darf. Und das macht sie traurig. Zumal sie ja ab August den Platz an der weiterführenden Schule im Lieblingsland hat. Wer weiß, vielleicht ist sie mit ihrer dänischen ID doch noch meine Eintrittskarte ins Traumland.

Wie massiv sind deine Begrenzungen? Lassen sie sich überwinden? Ich bin einfach rübergeklettert 🙂

Fazit des Tages: Wenn man in seinem Leben zurückblickt und feststellt, vieles lief nicht so optimal. Dann ist jetzt ein guter Moment, damit abzuschließen! Gewohnheiten und Denkweisen, die schon lange ausgedient haben, können wir nun auflösen. Denn nach Corona wird nichts mehr so wie es einst gewesen ist. Alles wird sich verändern, doch wer seine alten Begrenzungen mitnimmt in die Zeit danach, sollte sich nicht wundern, wenn die Leichtigkeit und die positiven Ereignisse ausbleiben.

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