6.45 Uhr – Samstag früh – putzmunter und natürlich scheint bei blauen Himmel draußen die Sonne! Wahnsinn, Tag 10 werde ich morgen schreiben. Sollte ich heute nicht irgendwas besonderes machen? Vielleicht einfach lange im Bett bleiben? Oder im Bett frühstücken? Oder …. ??? Nun der Tag hat ja gerade erst begonnen, und so schleiche ich zum High-Tech-Kaffeeautomaten und drück auf den heiligen Kaffeeknopf.

Bewaffnet mit dem Kaffee gehts erstmal zurück ins Bett – wie ihr ja wisst, schreibe ich immer am nächsten Morgen mit meiner Kaffeetasse direkt aus den Federn – und tippe den Tagesrückblick für Tag 9. So ein bisschen war doch los in den letzten Tagen. Viele Menschen hat mir das Universum in mein Leben geschickt. Ich bin ehrlich gesagt ganz schön begeistert. Alle haben ein gemeinsames Ziel, die Zeit nach Corona möglichst sinnvoll, kreativ und absolut erfolgreich zu gestalten. Jeder kann etwas, was dem anderen nicht so leicht fällt, und es ergänzt sich mega.

Doch es ist Samstag und normalerweise ist Samstag immer Putztag. Allerdings was ist zu dieser Zeit schon normal. 🙂 Also keep cool denke ich mir, das was du heute putzt, musst du morgen sowieso wieder machen und der Familie ist es zum Glück egal, ob nun Staub gewischt ist oder nicht, sehen sie das überhaupt? Keine Ahnung, das ist vielleicht auch gar nicht wichtig. Kurz die Facebooktimeline gecheckt, was gibt es neues von den Coronakriegern? Die Idee aus irgendein Video, jedes Mal wenn das Wort Corona fällt, einen Schnappes zu trinken, ich glaube in den nächsten 4 Wochen werde ich das wirklich mal ausprobieren, vielleicht dürfen wir uns ja bald wieder mit 5 Leuten treffen. Dann kann man zusammen die Tagesschau gucken, zack sind wahrscheinlich 4 Flaschen Schnaps alle.

Die Schlutuper Wiek – fernab jeglicher Alltagshektik.

Gegen Mittag überkommt mich der Mut und ich breche mit der Lieblingstochter auf in Richtung Supermarkt. Wollen wir doch mal sehen, wie die aktuelle Lage so ist. Da ich meinen Lieblingssupermarkt ja nicht besuchen darf, da die deutsch-deutsche LANDESGRENZE geschlossen ist, muss ich auf sein Pendant hier ausweichen. Tjaja, der Mensch ist ein Gewohnheitstier und es beginnt bei der Anordnung de Regale im Supermarkt. Auch wenn mein Orientierungssinn nicht der Beste ist, aber also Mum find ich mich im Supermarkt eigentlich immer schnell zurecht. Doch diese ewigen Wege, wenn man einen neuen Markt betritt und alles sich am anderen Ende versteckt. Dazu der Slalom um die älteren Menschen, die plötzlich mit bösem Blick in meinem Weg standen. Tjaja liebe Senioren, wenn ich wieder bei der Arbeit sein darf und wir gemeinsame Termine haben, dann müssen wir wohl mal ein ernstes Wörtchen miteinander reden. Ihr seid nämlich die Risikogruppe und wenn ihr so jungen Hüpfern wie mir direkt vor das Gesicht springt und fragt, wer nun Recht hat, dann muss ich lachen. Und lautes Lachen ist genauso schlimm wie Husten ohne Armbeuge. Passt auf euch auf und denkt dran, immer auf Abstand bleiben.

Bis auf die Rentner waren alle ziemlich friedlich. Ich persönlich glaube ja, dass die Krieger des Klopapiers schon früh am Morgen dagewesen waren, denn die Paletten sind leer, die Nudelnazis hingegen gehören wohl eher zu den Spätaufstehern oder Abendeinkäufern. Wie auch immer, ich kann keine Nudeln mehr sehen, langsam gehen mir die Ideen aus, was man essen könnte. Und eine innere Stimme in mir schreit nach Senfei, Königsberger Klopse oder Kartoffelpuffer. Diese Gedanken werden in die Essensplanung für die kommende Woche aufgenommen. Und falls ihr nun ein kurzes Zungenzucken verspürt habt und eure Synapsen sagen, yeah das könnte ich auch mal wieder essen, bitte bitte schickt mir über Facebook ein Bild davon 🙂

Am Nachmittag stand mein täglicher „Der Hund muss raus“ Spaziergang an. Leider führte er nur eine kurze Runde um den Block zu meiner Freundin. Fitore und ich haben den gemeinsamen Plan, wegen Corona nicht die Kleidergröße wechseln zu müssen, ihr erinnert euch vielleicht. Jupp, und so war der Plan auch heute mindestens 6 km lang. Aber jeden Tag spazierengehen und die blöden Abstandskommentare hören, macht ja nun auch nicht Spaß. Also holen wir die Fahrräder und sind uns schnell einig, dass wir mal in Richtung deutsch-deutscher Landesgrenze fahren. Ich als alter Ossi, zeige meiner Freundin mal wie das früher so war. Hahaha, tja leider war keine Kontrolle an diesem Tag. Und wieder einmal die Frage, was das soll??? Wenn es so aktut krass alles ist, sich ganze Bundesländer abriegeln, warum dann nur an jedem 2. Tag? Kommt der „Virus“ am anderen Tag nicht rüber??? Und dann noch eine Frage, wenn ich mit meinem Passierschein rüberkomme, dann zeige ich diesen lediglich vor. Aber niemand wird je zurückverfolgen können, was ich wo mache. Also was um Himmels Willen soll das?????

Auf dem Rückweg wieder ein mutiger Senior, dieses Mal auf dem Fahrrad, fährt mir in den Weg und pöbelt mich an, dass ich Platz machen soll. Liebe Rentner ich nehme das als Kompliment, dass ich ich die Junge bin, doch bitte bitte, nicht einfach so auf Risiko spielen. Mein Reaktionsvermögen lässt nämlich auch etwas nach, bin ja keine 20 mehr sondern werd in einigen Tagen 40. Und pöbeln ist keine freundliche Art, ich bin in dem Alter wo man zurückpöbeln darf. Also rechnet bitte mit Kontra!

Vor der eigenen Haustür – an die Stille hat man sich mittlerweile gewöhnt!

Der Abend ist völlig entspannt. Ich schreibe ja gerade an meinem Buch! Aus dem Grund, dass ich immer gesagt habe, wenn ich mal 4 Wochen Zeit habe, dann… Die erste Woche, wurde verdallert, und in mir mahnte eine Stimme, Schätzchen wenn nicht jetzt, wann dann? Also hatte ich mir am Donnerstag als ich den Lukas besucht habe, ein paar Gedanken gemacht und losgelegt. Und was soll ich sagen? Ich glaube in den nächsten Blogbeiträgen wirds dann auch den Part geben, was in der Nacht so passiert. Also Spenden von Eiscreme, Schokolade, Rotwein oder anderen Köstlichkeiten sind herzlich willkommen und können kontaktlos an der Haustür abgelegt werden. 😀 Wer möchte klingelt kurz und holt sich einen Luftkuss von mir ab.

Morgen soll es schneien und wir erwarten eine Sturmflut! Wo auch immer sie herkommen soll, doch jetzt wo ich Tag 10 schreibe – ja sie ist da! Mehr dazu morgen!

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